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Ab ins Ausland: Erasmus+ für Lehrlinge

Eine Kampagne der Regierung unterstreicht den Nutzen von Auslandsaufenthalten. Die Zahl der Lehrlinge im Ausland soll verdoppelt werden, geförderte Aufenthalte sind nun auch weltweit möglich. Foto: Pexels / Alexandr Podvalny

11.11.2021

Erfahrungen im Ausland helfen Lehrlingen, mit frischen Ideen den heimischen Standort zu bereichern. Doch die wenigsten Auszubildenden wissen überhaupt, dass Auslandspraktika möglich sind.


Auslandsaufenthalte sorgen dafür, dass Lehrlinge neue Arbeitspraktiken kennenlernen, ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern und sich fachlich wie persönlich weiterentwickeln. Somit wird dadurch die gesamte Lehrlingsausbildung aufgewertet.

Um mehr über Motive und Erwartungen, bestehende Mobilitätshemmnisse und potenzielle Anreize zu erfahren, hat der OeAD, die nationale Agentur für Bildung und Internationalisierung, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und der Wirtschaftskammer Österreich das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) mit der Durchführung der Studie „Auslandsmobilität in der Lehrlingsausbildung“ beauftragt.

Erfahrungsaustausch gefragt

Die Studie zeigt, dass in Sachen Auslandsmobilität Erfahrung und Interesse korrelieren. Das Interesse an Auslandsmobilität für Lehrlinge ist aus Sicht jener Lehrbetriebe, die bereits Erfahrungen damit haben, mit 80 Prozent sehr groß bzw. groß gegenüber 34 Prozent bei Betrieben ohne diese Erfahrung. Ausbildner/innen ohne Auslandsmobilitätserfahrung unterschätzen außerdem den Nutzen deutlich. Beispielsweise erwarten unerfahrene Betriebe nur zu 47 Prozent einen sehr hohen Zuwachs an Eigenständigkeit und persönlicher Entwicklung der Lehrlinge (gegenüber 83 Prozent der erfahrenen Lehrbetriebe). Die Studie bestätigt die Optimierungsbedarfe, sei es bei Unterstützungsmöglichkeiten oder der Vernetzung aller Akteure.

Interesse da, aber zu wenig Info

Eine internationale Ausbildung ist wertvoll in Hinblick auf verbesserte Sprachkenntnisse und das Weiterentwickeln der Selbstständigkeit. Doch nur rund die Hälfte aller Lehrlinge weiß laut einer WKO-Umfrage, dass während der Ausbildung Auslandsaufenthalte möglich sind.

Derzeit nehmen nur rund drei Prozent der Lehrlinge ein Auslandspraktikum in Anspruch. Regierung, WKO und OeAD kündigten deshalb eine gemeinsame Informationsstrategie an, um das zu ändern. Die EU hat die Gelder für Auslandspraktika im Rahmen von „Erasmus+“ für den Zeitraum 2021 bis 2027 verdoppelt. Parallel dazu soll nun auch die Zahl der Lehrlinge im Ausland verdoppelt werden – auf 2000 Personen. Insgesamt soll stärker über die Fördermöglichkeiten im Rahmen von „Erasmus+“ informiert werden, im Jahr 2022 soll eine eigene Lehrlingswoche mit Veranstaltungen zum Thema „Lehrlingsmobilität“ stattfinden.

Erasmus+ Berufsbildung

Mit „Erasmus+ Berufsbildung“ fördert die Europäische Union die länderübergreifende Zusammenarbeit von Institutionen, die die Berufsbildung in Europa verbessern. Das neue Programm bietet im Bereich der Berufsbildung die Möglichkeit, dass sich mehrere Einrichtungen gemeinsam als Konsortium für die Programmteilnahme akkreditieren lassen. Erfahrene Einrichtungen können so weniger erfahrene bei der Antragstellung und der Organisation der Mobilität unterstützen oder bestimmte Aufgaben ganz übernehmen.

In der neuen Programmgeneration „Erasmus+ 2021–2027“ wird der Berufsbildungsbereich zusätzlich um die internationale Dimension gestärkt: Geförderte Aufenthalte sind unter bestimmten Voraussetzungen nun weltweit möglich.

Detaillierte Informationen zum Programm findet man online auf erasmusplus.at/de/berufsbildung.