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Das Rennen um den Lehrlingsnachwuchs

Auf die Plätze, fertig, los: Wer sich junge Talente „schnappen“ will, muss flott sein! Foto: colourbox.de

11.11.2021

Lehrlinge werden wirklich überall händeringend gesucht – Zeit, um im Recruiting auf neue, kreative Methoden zu setzen.


Vom Gewerbe und Handwerk über Handel, Industriebetriebe und Banken bis hin zum Bau- und Verkehrssektor: Lehrlinge sind wirklich in sämtlichen Branchen gefragt. So präsent wie derzeit war die Lehre wohl noch nie. Im Netz, in Zeitungen und im Radio werben Unternehmen um lernwilligen Nachwuchs. Und die Lockrufe bzw. die Versuche, Lehrlinge und Betriebe erfolgreich miteinander zu „verkuppeln“, werden immer ungewöhnlicher. Wir haben ein paar kreative Beispiele zusammengefasst. 
    

Elektro Kammerhofer Ges. m.b.H

Lehrlingskonzert bietet Blick hinter die Kulissen

Ein eigens zugeschnittenes Konzertprogramm wartet am 22. Februar 2022 in der Grazer Oper auf steirische Lehrlinge. Das Event soll Einblicke in die vielfältigen Lehrberufe an der Oper geben und das Opernhaus als Ausbildungsbetrieb vorstellen.

Dabei zu hören gibt es ein buntes Potpourri aus kurzen Stücken mit vielen Evergreens der klassischen Musikliteratur sowie einige Nummern aus den aktuellen Programmen. Für die Lehrlinge besteht die Möglichkeit, sich aktiv am Konzert zu beteiligen und die Oper Graz hinter den Kulissen kennenzulernen und damit auch die vielen dort erlernbaren Berufe, von der Zimmerei bis zum/r Maskenbildner/in.

Cooles Jobgame

Neue Wege in der Lehrlingssuche geht auch die Wiener Städtische und brachte ein digitales Game auf den Markt. Das „Check die Lehre“-Spiel basiert auf drei Missionen, in denen Jugendliche ihre fachliche Kompetenz, Lernbereitschaft und Kundenorientierung austesten können. Mitarbeiter der Wiener Städtischen führen durch die praxisnahen Aufgaben, in denen sich Interessierte als Versicherungsberater ausprobieren können und wichtige Informationen rund um den Arbeitgeber erhalten.

Wer im Laufe des Spiels genügend Punkte sammelt, gelangt direkt nach der letzten Mission zur Onlinebewerbung. Durch diesen Selbstcheck möchte das Unternehmen wiederum von hochwertigeren und zielgerichteten Bewerbungen profitieren.

Berufswelten in Boxen

Für viele junge Leute ist die Berufs- und Ausbildungswahl eine große Herausforderung. Unterstützung bieten soll das Projekt „Kreative Lehrlingswelten“ der Regionalentwicklungsagentur „Oststeirisches Kernland“.

25 mobile Werkboxen, die von Schule zu Schule tingeln, bringen den Jugendlichen verschiedene Handwerksberufe näher. Jeder Beruf ist in je eine Box verpackt, die man sich als eine Art Mini-Werkbank mit typischem Werkzeug und Material vorstellen kann. Die Devise lautet: Ausprobieren und anfassen! Bei der Präsentation an den Schulen treten dann auch „Stars“ zum Angreifen auf – das sind die HandwerkerInnen-Profis und UnternehmerInnen aus der Region, die den künftigen Lehrlingen einfallsreich ihre Berufe näherbringen.

Per Speed-Dating zum Traumjob

Ist es ein Match? So lautet die wohl wichtigste Frage beim Speed-Dating für künftige Lehrlinge, einer Initiative des Oberösterreichischen Jugendservice und der WK OÖ. Dabei können seitens der Lehrlinge und der Unternehmen in einem zwanglosen Umfeld Fragen gestellt und erste Einblicke und Eindrücke gewonnen werden. Haben sich die Richtigen gefunden – Unternehmen und Lehrling –, fehlen nur noch wenige Schritte zur neuen, spannenden Ausbildung.

Gerade in Zeiten der Lockdowns war es für Jugendliche umso wichtiger, neue Möglichkeiten für Erstgespräche und einen ersten Eindruck nutzen zu können. Da lieferte das Online-Speed-Dating eine gute Möglichkeit. In kurzen Sessions von jeweils sieben Minuten konnten sich die jungen Leute mit den teilnehmenden Betrieben online austauschen und so die Berufe und Unternehmen besser kennenlernen. Weitere Informationen auf jugendservice.at/speeddating.

Social Media und Influencer-Marketing

Wo ist die „Generation Z“ zu finden? Nun, die ab 1995 Geborenen tummeln sich vor allem auf Instagram und TikTok, junge Fachkräfte, die ihren Job wechseln wollen, nutzen auch Facebook. Wer sich zielgruppengenau als Arbeitgeber präsentiert, erreicht die Jugendlichen über das Smartphone in ihrem direkten Lebensumfeld. Viele Firmen konzentrieren sich bei der Lehrlingssuche daher bereits auf die sozialen Medien, so zum Beispiel die Drogeriemarktkette dm. In kreativen Formaten auf neuen Kanälen – wie beispielsweise TikTok – geben Lehrlinge und Ausbilder Einblicke in den Berufsalltag. Für die Kampagne unter dem Motto „Traust du dir zu“ wurde dm im Sommer sogar bei den Lehrlingsmarketing-Awards ausgezeichnet. Seit geraumer Zeit setzt das Unternehmen auch auf die Zusammenarbeit mit Influencern wie Lisa-Marie Schiffner. Die Grazerin beantwortet jungen Interessierten auf Instagram ihre Fragen zur Lehre bei dm.

Auch Österreichs größte Friseurkette, Klipp aus Thalheim bei Wels, will Jugendliche mit einer neuen Kampagne (im Hörfunk- und Online-Bereich) für sich gewinnen. Die Schwerpunkte liegen auf Facebook, Instagram, YouTube und Spotify.

Jetzt haben die Jungen das Sagen

„Lehrlinge führen Märkte“ heißt ein Projekt, das heuer Anfang Oktober bereits zum neunten Mal umgesetzt wurde: In sechs BILLA- und einem BILLA-PLUS-Markt in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Salzburg übernahmen 228 Lehrlinge eine Woche lang die Leitung und konnten so ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen. Eine originelle Idee, um die Lehrberufe sichtbar zu machen! Mit dieser Aktion fiel auch der Startschuss für die Lehrlingssuche für 2022.

Interaktive Infoboards

Über den Lehrstellenmarkt in ihrer Region können sich Jugendliche in allen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen schlau machen. An zentralen Stellen befinden sich interaktive Infoboards, die das Finden einer Lehrstelle erleichtern . Die Jugendlichen erhalten via Smartphone Auskunft und können mit Betrieben in Kontakt treten.