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Hier gibt’s Antworten auf alle Basis-Fragen

Viele Firmen bieten die Möglichkeit zum „Schnuppern“. Foto: colourbox.de

11.11.2021

Ende 2020 gab es 5514 Ausbildungsbetriebe in Oberösterreich. Was müssen Jugendliche vor der Lehrstellensuche wissen?


In Oberösterreich warten viele verschiedene spannende Jobs und eine Ausbildung in nationalen und internationalen Unternehmen auf Bewerberinnen und Bewerber. Doch wie geht man bei der Lehrstellensuche am besten vor?

1. Bei wie vielen Unternehmen darf/soll man sich bewerben?

Insgesamt sollte man lieber mehr als zu wenige Bewerbungen schreiben und sich bezüglich der jeweiligen Bewerbungsfristen schlau machen. Wichtig ist, im Vorfeld Informationen über den/die Beruf/e bzw. die Betriebe einzuholen. Wie viele Lehrlinge werden im Wunschberuf beschäftigt? Mit welchen Noten hat man gute Chancen? Möchte man sich für mehrere Berufe bewerben? Hat man positive Rückmeldungen beim Schnuppern bekommen?

2. Darf man bei einer Zusage sagen, dass man noch auf die Antwort von einem anderen Unternehmen wartet?

Grundsätzlich braucht es für einen Lehrvertrag immer zwei Vertragsparteien: die Firma und den Jugendlichen. Die Firma trifft auf der einen Seite die Entscheidung, ob sie den Jugendlichen als Lehrling haben will. Dieser entscheidet sich ebenfalls, ob er die Ausbildung bei der Firma beginnen möchte. Wer ein Vertragsangebot erhält, kann auch um Bedenkzeit bitten.

3. Wann bekommt man eine Zusage für eine Lehrstelle?

Die meisten Betriebe haben in den letzten Jahren immer am ersten Aprilwochenende die Lehrstellenzusagen gemacht. Bei Kleinbetrieben ist es ganz individuell. Am besten fragt man beim Bewerbungsgespräch, bis wann sich die Firma wieder meldet bzw. bis wann man mit einer Zu- oder Absage zu rechnen kann.

4. Wann ist der beste Zeitraum, um sich für eine Lehrstelle zu bewerben?

Große Firmen schalten bereits im Herbst, also ein Jahr vor Lehrbeginn, Inserate für die offenen Lehrstellen. Wenn man ein Inserat sieht, kann man sich gleich bewerben. Meistens werden die Bewerbungen für Lehrstellen, die im September beginnen, ab Jänner versandt. Verschickt man seine Bewerbung, bevor man sein Semesterzeugnis im Februar bekommt, kann man das Zeugnis nachreichen oder zum Bewerbungsgespräch mitbringen. Wenn man im Frühjahr noch keine Lehrstellenzusage bekommen hat, kann man sich natürlich auch im Herbst auf aktuelle Lehrstellen bewerben. Es gibt immer die Chance, noch kurzfristig eine Lehrstellenzusage zu erhalten, da manche Stellen nicht besetzt werden konnten oder vielleicht jemand in der Probezeit das Lehrverhältnis beendet hat.

5. Soll man zum Tag der offenen Tür gehen, wenn dies ein Unternehmen anbietet?

Ja, unbedingt. Warum? Weil man die Möglichkeit erhält, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: Man lernt die Firma und seinen möglichen zukünftigen Lehrberuf besser kennen, kann mit Lehrlingen und Ausbildern vor Ort sprechen, alle seine Fragen stellen und vieles mehr.

6. Was passiert bei einem Schnuppertag in einem Betrieb?

Viele Unternehmen bieten interessierten zukünftigen Lehrlingen die Möglichkeit, in den Lehrberuf „hineinzuschnuppern“. Man verbringt einen Tag in der Firma, kann sich über den Lehrberuf informieren, erste Handgriffe und Tätigkeiten ausprobieren und den Betrieb kennenlernen.

7. Im Wunschbetrieb ist die Lehre, die man gerne machen würde, nicht ausgeschrieben. Muss man sich jetzt etwas anderes überlegen?

Wenn man seinen Traumberuf auf Anhieb nirgends ausgeschrieben sieht, ist das nicht unbedingt gleich ein Grund, die Zukunftspläne komplett zu überdenken. Man kann sich auch bei einem Betrieb bewerben, ohne dass dieser gerade eine Stellenanzeige geschalten hat. Das nennt man Initiativbewerbung.

8. Wie findet man offene Lehrstellen?

Alle Ausbildungsbetriebe findet man unter www.lehrberuf.info/lehrstellesuchen/oberoesterreich. Hier sieht man auch gleich, welche Betriebe in welchen unterschiedlichen Lehrberufen ausbilden. Man kann sich die Websites der Firmen anschauen, die einem gefallen und oft findet man dort auch offene Lehrstellen. Aber auch auf anderen Wegen sind Lehrplätze zu finden: In den Berufsinfozentren, bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer und der Landwirtschaftskammer und bei den Lehrlings- und Jugendabteilungen der Arbeiterkammer kann man sich über offene Lehrstellen informieren.

Oft findet man auch Stelleninserate in der Zeitung oder Familienmitglieder und Freunde wissen über offene Lehrstellen in einer Firma Bescheid. Wenn möglichst viele Personen wissen, dass man auf Lehrstellensuche ist, können sie einen bei der Suche unterstützen. Sollte es nicht klappen, erkundigt man sich beim Land OÖ nach der Möglichkeit des Jugendcoachings – hier hilft der persönliche Coach bei der Lehrstellensuche.

9. Wie findet man den passenden Lehrberuf?

Wer noch gar nicht weiß, welcher Lehrberuf infrage kommen könnte, der kann eine Berufs- und Bildungsberatung in Anspruch nehmen. Die Broschüre „Lehrberufe in Österreich. Ausbildungen mit Zukunft“ (zu finden auf wko.at) stellt außerdem alle Lehrberufe inklusive der wichtigsten Ausbildungsinhalte vor. Sie wird jährlich im Herbst neu aufgelegt und ist damit immer aktuell. Neben einer alphabetischen Liste aller Lehrberufe enthält sie Infos darüber, was man bei der Auswahl des Lehrberufs beachten sollte. Zudem bieten auch Messen eine gute Chance, verschiedene Lehrberufe und Betriebe kennenzulernen.