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Lehrlinge von Anfang an wertschätzen

Experte Roland Löffler Foto: öib

11.11.2021

Auszubildende verstehen, führen und motivieren: Wie das geht, erklärt der Experte.


Nahezu 40 Prozent aller Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren absolvieren eine Lehre. Diese berufspraktische Ausbildung ermöglicht den Betrieben, sich die Fachkräfte zu sichern, die sie für die zukünftige erfolgreiche betriebliche Tätigkeit benötigen. „Trotz dieses Erfolgsmodells wird es für Betriebe immer schwieriger, Lehrlinge zu finden und dauerhaft an den Betrieb zu binden“, erklärt Roland Löffler, Projektleiter des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung.

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„Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung, aber auch aufgrund des Trends zur höheren vollschulischen Ausbildung finden immer weniger Jugendliche den Weg in die Lehre. Daher ist es umso wichtiger, einmal rekrutierte Lehrlinge zu halten und auf dem Weg zu einem erfolgreichen Lehrabschluss zu begleiten.“ Im Seminar „Lehrlinge verstehen, führen & motivieren – vom Ausbilder zum Lernprozessbegleiter“ des Premium-Konferenz- und Seminaranbieters imh Mitte Oktober in Wien rückte der Experte für duale Ausbildung nicht die fachliche Komponente in den Vordergrund, sondern weitere Aspekte, die für eine erfolgreiche Ausbildung ebenso wichtig sind und die LehrlingsausbildnerInnen beachten sollten:

• Wie führe ich Jugendliche? AusbildnerInnen sind zentrale Bezugspersonen der Lehrlinge und damit gleichzeitig Lehrende, Vorgesetzte, MentorInnen, Vorbilder und manchmal auch Elternersatz. Da gilt es, stets die Balance zwischen diesen Rollen zu bewahren.

• Wie kommuniziere ich richtig mit Jugendlichen? Auch wenn die Sprache und die Kommunikationskanäle der Jugendlichen sich von jener der „Älteren“ unterscheiden, gilt dennoch: Immer klar und direkt, wertschätzend und vor allem „auf Augenhöhe“ kommunizieren.

• Wie kann man Lernprozesse attraktiv gestalten? Digitale Medien und Methoden wie Gamification und E-learning-Tools ermöglichen eine abwechslungsreiche Ausbildung.

• Wie gehe ich mit herausfordernden Situationen um? Die Jugendlichen befinden sich in einer „Umbruchsphase“ und sind oft starken emotionalen Schwankungen unterworfen. Hier gilt es, den Ursachen zeitnah durch persönliche Gespräche auf den Grund zu gehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

• Wie kann ich Lehrlinge in den Betrieb integrieren und langfristig an das Unternehmen binden? Dazu braucht es eine mittelfristige Planung vom Beginn des Lehrverhältnisses an, ergänzt durch regelmäßige Feedback-Gespräche und gemeinsame Aktivitäten von Lehrlingen und MitarbeiterInnen, bei denen die Ausbildung nicht im Mittelpunkt steht. Vor allem aber müssen Lehrlinge von Anfang an wertschätzend behandelt werden.

Das nächste imh-Seminar zum Thema „Lehrlinge verstehen, führen & motivieren“ findet im Mai 2022 statt. Infos unter: www.imh.at/lehrlinge.

Foto: GTech Automatisierungstechnik GmbH
Foto: GTech Automatisierungstechnik GmbH

"Ich bin zurzeit im dritten Lehrjahr als Mechatroniker bei der GTech Automatisierungstechnik GmbH in Ried im Traunkreis. In meiner Lehrzeit durfte ich schon viele neue und vor allem spannende Techniken der Automatisierung kennenlernen. Neben meiner Grundausbildung in der firmeneigenen Lehrwerkstatt war ich bereits in der Produktion und auf Montagen tätig, wobei es bis jetzt überall etwas Interessantes zu entdecken gab."

Michael Hubl, Lehrling bei GTech Automatisierungstechnik GmbH


Foto: BMW Group Werk Steyr
Foto: BMW Group Werk Steyr

"Wir legen einen sehr großen Fokus auf Innovationsthemen wie die Digitalisierung, aber auch auf die Zusammenarbeit mit den Fachbereichen im Werk. Zudem findet ab nächstem Jahr die Lehrlingsausbildung direkt bei uns im Werk statt – so können Ausbildung und Praxis noch besser ineinandergreifen."

Leopold Tursch, Leiter der Berufsausbildung im BMW Group Werk Steyr